Sport Community Hangar Sieker/Stieghorst
Ausgangslage/Analyse des Quartiers
Die Bedarfslage im Stadtteil Sieker wird als bekannt vorausgesetzt. An dieser Stelle wird mit Verweis auf das integrierte Handlungskonzept Sieker Mitte der Stadt Bielefeld auf eine detaillierte Darlegung des Quartiers verzichtet bzw. nur auf die wesentlichen Aspekte für das Projekt eingegangen.
● Sieker ist als benachteiligter Stadtteil mit vielschichtigen sozialen Problemlagen identifiziert
● hoher Anteil einkommensschwacher Familien (22% der Familien beziehen Grundsicherung,
mehr als 50% Kinder u. 6 Jahren leben in Armut)
● hohe Integrationsleistungen erforderlich (67% der Wohnbevölkerung hat einen Migrationshintergrund, 85% der unter 18 Jährigen)
● hohe Bevölkerungsdichte, viele Menschen wohnen auf engem Raum
● Stadtteil mit wenig Sportangebot und Sportanlagen, kaum Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche (KiJu)
● großer Bedarf am Ausbau der Angebote für Kinder und Jugendliche
● fehlende Strukturen, Orte und Projekte gerade im Bereich Sport und Kultur
● Junger Stadtteil: Jede(r) 5te ist jünger als 18 Jahre
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stehen vor hohen Herausforderungen des “Sich-Selbst-Findens” in einer Zeit mit einerseits unbegrenzten neuen (digitalen) Möglichkeiten und andererseits einer Welt mit begrenzter Freiräumen und Spielräumen. Hier ist Sport nach wie vor die beliebteste Freizeitbeschäftigung und eine positive persönlichkeitsstärkende Konstante von jungen Menschen. Sportvereine verzeichnen einen hohen Bindungsgrad und bieten neben attraktiven traditionellen Sportarten auch neue Formen von Bewegung, Spiel und Sport. Darüber hinaus ist Sport im Verein auch das Erleben von Gemeinschaft und Werten und das Erwerben von sozialen Kompetenzen und Bildung.
Sport ist Lebensbildung
Sport ist körperliche Leistung, Freizeitbeschäftigung und Gesundheitsförderung. Sport ist auch Bildung und soziales Lernfeld, in dem junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und fit fürs Leben werden. Die besonderen Bildungspotenziale bestehen dabei im Zusammenwirken von Bildung im Sport und Bildung durch Sport. Denn Sport und Bewegung ermöglichen Erfahrungen am eigenen Leib, die Ausgangs- und Bezugspunkt aller Bildungsprozesse sind. Inbegriffen sind dabei sowohl das Erlernen von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen als auch der Erwerb von Haltungen, Einstellungen und Handlungsmotivationen. Diese sind für die Bewältigung von Aufgaben und Situationen in sportlichen Kontexten und auch darüber hinaus fürs Leben wichtig. Außerdem finden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Sport(verein) Gestaltungsräume und Teilhabemöglichkeiten. Damit können sie die Bildungspotenziale von Bewegung, Spiel und Sport selbstständig und in sozialer Verantwortung für ihre individuelle Lebensgestaltung aktivieren.
Damit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene diese Potenziale für sich nutzen können, brauchen sie Möglichkeitsräume, die geschaffen werden müssen. Im Quartier Sieker fehlt es an diesen Teilhabe- und Möglichkeitsräumen. Gerade die Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche sind Mangelware. Unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Studien u.a. von Kleindienst-Cachay/Bahlke 2012, sind Kinder und Jugendlichen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Migranten-Familien weniger in Sportvereinen aktiv. Daher ist anzunehmen, dass Kinder aus dem Quartier weniger in Sportvereinen ankommen. Hier ist Handlungsbedarf.
Mit der Projektidee wollen wir darauf eingehen. Wir möchten die positive Kraft des Sports nutzen, um die Menschen unserer Stadt, egal welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe sie haben oder aus welchem Land sie kommen, im Sport zu vereinen. Wir vertreten positive Werte wie Toleranz, Respekt und Fairplay, die über den Sport vermittelt
werden. Wir sind überzeugt, dass niederschwellige Bewegungsangebote im Quartier die Teilhabemöglichkeiten der Zielgruppe fördern, zur sozialen Integration beitragen und einen Teil zur Armut und Diskriminierung entgegen wirken. Diese Angebote müssen dann auch mit vielseitigen und populären Vereinsangeboten ergänzt werden.
Wir sind überzeugt davon, dass die Projektidee “Sport Community Hangar Sieker/Stieghorst” ein wesentlicher Baustein für die Bewegungsförderung, die Förderung des jungen Engagements und Vernetzung der Bewohner*innen, der handelnden Akteure und der Vereine/Initiativen zur Quartierentwicklung sein wird.
Sport Community Hangar Sieker/Stieghorst
Wir stellen uns eine multifunktionale Anlage mit viel Raum für Bewegung, Spiel und Sport und
weiteren Angeboten der Kinder-, Jugend- und integrativen Arbeit vor. Jugendarbeit und Integrative Arbeit soll in den Räumen der Kasernen entstehen. Neben niederschwelligen Sportangeboten wie “Open Sunday”, und Schul- und Vereinssport können auch Urbane Sportarten wie 3X3 Basketball, BMX, Skateboard, Calisthenics in den Hallen ein Zuhause finden.
Tagsüber können Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen die Anlage für den Schulsport und Projekte benutzten. Nachmittags findet KiJu Bewegungsangebote, Integrative Arbeit und Vereinssport statt.
Zielsetzung
Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll in Sieker Mitte unabhängig vom sozioökonomischen Status ihrer Familie mit Bewegung, Spiel und Sport (Verein) eine positive Lebens- und gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten geboten werden.
Wir möchte durch unser Projekt folgendes erreichen:
● Bewegungsförderung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch Bewegung, Spiel und Sport ( Sport Community Hangar Sieker/Stieghorst)
● Stärkung der Jugend im Quartier/Förderung, Junges Engagement (Partizipation an Gestaltung/ Einsatzmöglichkeit für Sporthelfer*in- Von der Jugend für Kinder und Jugendliche- von der Teilnahme zur Teilhabe)
● Quartiersarbeit- Beteiligung und Vernetzung Quartierbewohner*innen, Akteure der freien Träger, Vereine und Initiativen im Stadtteil
Maßnahme zur Zielerreichung
-Sport Community Hangar-
Eine multifunktionale Anlage mit viel Raum für Bewegung, Spiel und
Sport. Neben niederschwelligen Sportangeboten wie “Open Sunday”, und Schul- und Vereinssport sollen Urbane Sportarten wie 3X3 Basketball, BMX, Skateboard, Calisthenics verankert werden.
Tagsüber können Kitas, Grundschulen und weiterführende Schulen dieAnlage für den Schulsport und Projekte benutzten. Nachmittags finden Kiju Bewegungsangebote, Integrative Arbeit und Vereinssport statt.
1. Freifläche für niederschwellige Sportangebote: z.B. Open Sunday
2. Sportorientierte offene Kinder & Jugendarbeit
3 .Trainingsbetrieb für 3X3 Basketball & Skateboard & BMX
Zu beteiligende lokale Akteure
● TSVE 1890 Bielefeld
● Sportjugend Bielefeld
● Basketballkreis Ostwestfalen e.V.
● Osningschule
● Stieghorstschule
● Gesamtschule FWM
● Georg-Müller-Schule (Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium)
● AWO-Berufskolleg (Sozial- und Gesundheitswesen )
● Familienzentrum Butterkamp
● Familienzentrum Stralsunder Straße (GfS)
● Familienzentrum Elfriede-Eilers-Zentrum (AWO)
● Eva-Gabler-Haus (Frühförderung, schulische Förderung, freizeitpädagogische Maßnahmen etc.)
● Grundschule Rußheide (139 Schüler*innen ), Offene Ganztagsschule, Schulsozialarbeit
● Grundschule Osning (275 Schüler*innen ), Offene Ganztagsschulen, Schulsozialarbeit
● Stadtteilkonferenz ,Bewohnerrat
● Gesellschaft für Sozialarbeit e.V. (GfS)
● Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. (SkF)
● Ortansässige Vereine
● VFB Fichte
● TuS Ost ( Projekt „Integration durch Sport“ im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“)
● Deutscher Alpenverein (Kletterhalle Meisenstraße)
● Freizeitzentrum Sieker /Jugendkoten (SKF)
● Rege (Beratungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene)
● GAB-Ort der Vielfalt
● Kultur- und Kommunikationszentrum (KUKS)
Standort
Ehemalige Britische Kasernen
Umsetzung/Durchführung der Projektidee
● Übernahme einer “Panzerhalle bzw. Sporthalle” auf dem ehemaligen Kasernengelände
● Umbau für 3X3, BMX, Skateboard und weitere Angebote und Geschäftsstelle Beispiel aus Berlin: https://www.facebook.com/tentajaberlin/
● Planung und Umsetzung der niederschwelligen Angebote
o Urbane Sportarte wie 3X3 Basketball, BMX, Skateboard, Calisthenics verankern
o Mischung aus niederschwelligen und kostenlosen Angeboten und Vereinsangeboten
Meilensteine
● Inaugenscheinnahme der Anlage
● Analyse & eventuelle Modifizierung der Projektidee
● Identifizierung mit der Projektidee und Zusage (Zwischen-)Nutzung des Standortes - Bund & Stadt
● Sondierungen mit der Stadt Bielefeld – Dezernat für Stadtentwicklung, Dezernat für Schule/ Bürger/Kultur/Sport und Sozialdezernat
● Sondierungen mit dem Sportbund Bielefeld, TSVE Bielefeld und Basketballkreis Ostwestfalen e.V.
● Gespräche mit handelnden Akteuren im Stadtteil
● Finanzierungskonzept erstellen
● Festlegung Finanzierungskonzept & Planung der Anlage
● Umbau & Fertigstellung
● Pilotphase & Inbetriebnahme
Kontakt/Ansprechpartner:
Emre Atsür
Tel.: 0521/32 700 110
[email protected]